Youngtimer – sind die eigentlich teuer im Unterhalt?

Strahlt eine Menge Lässigkeit aus: Mercedes Benz W116 – aus dem Youngtimer Alter leicht heraus gewachsen (Gebaut von 1972 bis 1980) repräsentiert der Wagen mittlerweile eher eine Lebenseinstellung

Strahlt eine Menge Lässigkeit aus: Mercedes Benz W116 – aus dem Youngtimer Alter leicht heraus gewachsen (Gebaut von 1972 bis 1980) repräsentiert der Wagen mittlerweile eher eine Lebenseinstellung

Youngtimer Unterhaltskosten – sind die eigentlich wirklich günstig?

Die Frage erreicht uns immer wieder mal, nachdem Youngtimer ja ein ungebrochener Trend sind, der auch bei Leuten angekommen ist, denen so etwas früher komplett wurscht war – vermutlich auch aufgrund der Tatsache, dass hier ein guter Show-Effekt geboten wird, der oftmals nur einen Bruchteil eines aufmerksamkeitsstarken Neuwagens kostet.

Zumindest in der Anschaffung. Und dann?

Youngtimer Unterhaltskosten – was sind die Treiber?

Der größte Block der Unterhaltskosten wird bei Autos am häufigsten vergessen – nicht der Sprit, nicht die Reparaturen (na gut – da mag es Ausnahmen geben), nicht die teure Versicherung. Das Teuerste am Autofahren in Deutschland ist der Wertverlust des Wagens. Und hier schlägt tatsächlich die Stunde der Youngtimer.

Ein 25 Jahre alter gut erhaltener BMW E30 wechselt den Besitzer oft noch für unter 3.000€

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Die sind im Normalfall zunächst generell einmal auf einem eher kleinen Preisniveau angesiedelt – eines, auf dem man schon mal nicht so viel verlieren kann. Kostet ein Neuwagen in Deutschland durchschnittlich deutlich über 20.000€, legen Youngtimer-Käufer im Schnitt knapp 3.000€ für ihren Wagen an – richtig teure kosten mal fünfstellige Summe, sind dann aber die krasse Ausnahme.

Einst verpönt – heute cooles Sammlerstück: Youngtimer Opel Manta – mit dicken Maschinen teuer zu versichern

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Die sonstigen Unterhaltskosten sind tatsächlich in Teilen höher als bei modernen Autos: Die Spritkosten beispielsweise – wenn auch nicht so krass wie man denkt. Ersatzteile für gängige Youngtimer der Deutschen Marken sind oft billiger – schon allein, weil komplexe Elektronik hier einfach noch nicht vorkommt, Airbags, ESP, ASR – Fehlanzeige. Das macht die Wartung oft weit einfacher. Hinzu kommt, dass einige der Wagen tatsächlich als zuverlässiger gelten als manche modernen Autos.

Opel Omega A – unauffällig, aber mittlerweile ein sehr passabler Youngtimer – zu Preisen ab 1.200€ mit frischer TÜV Plakette

Opel Omega A – unauffällig, aber mittlerweile ein sehr passabler Youngtimer – zu Preisen ab 1.200€ mit frischer TÜV Plakette

Die Youngtimer-Versicherungen sind teilweise günstiger, selten teurer

Ausnahmen bilden sportliche Kompaktwagen wie der Golf GTI oder ein Ford Escort XR3, die heute oft unglaublich teuer zu versichern sind.

In Summe kann all das den Vorteil des geringen bis nicht vorhandenen Wertverlustes dennoch fast nie übersteigen – Youngtimer sind tatsächlich eine günstige Alternative. Und wer nicht auf Parkpiepser und andere moderne Annehmlichkeiten verzichten möchte, kann diese längst nachrüsten – auch den IPOD bekommt man mittlerweile in 30 Jahre alten Autos angeschlossen, die Freisprechanlage regelt man über das tragbare Navi.

Wir leben in fantastischen Zeiten ausnehmend cooler Auswahlmöglichkeiten, oder?


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