Suzuki Vitara 2016: Überrasched gut!

Es ist kein Geheimnis – vor allem nicht in solchen Ländern, die nicht so blindlings Deutsche Autos kaufen, wie das hierzulande der Fall ist: Suzuki ist eine Top-Marke, wenn es um verlässliche Autos geht und eine der Marken, die wirklich substanziell gute Kleinwagen bauen kann.

War in Deutschland zu unrecht ein Außenseiter: Suzuki Vitara XL7

War in Deutschland zu Unrecht ein Außenseiter: Suzuki Vitara XL7

Mit den größeren Autos hadern sie stets ein wenig – der Suzuki Kizashi etwa ist in Deutschland wieder einmal unfreiwillig exklusiv geblieben – die größeren Geländewagen mit 6 Zylindern gingen nur in den USA gut.

Hierzulande jedoch meinen die Leute, wenn sie Suzuki sagen, oft ausschließlich Geländewagen und da allem voran den Jimny, den es unter dem vierten Namen in Deutschland gibt, der aber eigentlich schon seit über 30 Jahren das gleiche Auto ist. Darüber rangieren seit Jahrzehnten Vitaras und Grand Vitaras – substanziell gute Autos mit sauberer Historie.

Der neueste Vitara kehrt nun wieder ein wenig dahin zurück, wo er herkam: Coole Alternative zum Establishment.

Suzuki Vitara 2016 – Karosserie

Dekorativ ist der neue Suzuki Vitara 2016 allemal - im Alltag überzeugt er obendrein

Dekorativ ist der neue Suzuki Vitara 2016 allemal – im Alltag überzeugt er obendrein

Der Suzuki Vitara des aktuellen Jahrgangs gibt sich sachlich, aber it ausreichend eigenständigem Design, dass durch Gimmicks wie ein Dach in anderer Farbe betont werden kann. Auch im Innenraum ist der Suzuki Vitara eher sachlich aber eben doch knackig. Die Karosserie bietet ausreichen Platz für einen Wagen mit so sparsamer Außengröße, vor allem vorn, während vor den hinteren Sitzen nicht sooo üppiger Platzt herrscht – durch das hohe aufrechte Sitzen aber weit mehr als beispielsweise im Mini oder gar im Nissan Juke, der diesbezüglich vollständig versagt.

Hier hebt sich der Suzuki Vitara 2016 positiv ab.

Anständig für die Klasse und mit angenehm robusten Materialien ausgekleidet

Anständig für die Klasse und mit angenehm robusten Materialien ausgekleidet

Insgesamt wirkt er innen erwachsener als viele seiner Klasse – sein nicht über die maßen großer Kofferraum ist sinnvoll geschnitten und ausnehmend sauber und robust ausgekleidet – die Typen von Suzuki wissen, was sie tun, wenn sie einen Wagen zusammenbauen – alles, was man hier sieht, wird auch in mehreren Jahren noch etwas taugen.

Das gilt auch mal wider unter der Haube – auch wenn der Suzuki Vitara 2016 ein SUV mit Fun Car Appeal ist: Der Wagen ist grundsolide zusammengeschraubt und nicht hoffnungslos unterdimensioniert wie mancher Mitbewerber in dieser Klasse.

Suzuki Vitara 2016 – on the road und off the road

Der Suzuki Vitara 2016 fährt sich praktisch schon gut, bevor man losfährt: Die Verstellbereiche sind großartig, der Motor leise – und das gilt sowohl für Diesel als auch für Benziner – letzterer ist angenehm sparsam, ausser bei hohen Autobahngeschwindigkeiten und auch nicht so drehmomentartm, wie man das früher oft kannte, was den Diesel bei diesem Suzuki dann eben nicht automatisch zur ersten Wahl macht, sondern sicherlich vorher einmal nachgerechnet werden sollte – der Diesel rechnet sich bei Fahrzeugen dieser Größe eher selten in letzter Zeit.

Das ist akzeptabel - das aufrechte Sitzen macht hier einiges wett

Das ist akzeptabel – das aufrechte Sitzen macht hier einiges wett

Der Suzuki Vitara überzeugt durch sichere Straßenlage, leichtes Handling und vor allem eine Lenkung, die so viel Rückmeldung und Kontakt zu Fahrzeug und Rädern vermittelt, dass man die Grenzen der Straßenlage etwa auf Nässe auch sauber erspüren kann. Das ist schon ziemlich cool und zeugt von sauber seriös routinierter Abstimmung. Hier war Suzuki teilweise schon schlechter, was im übrigen auch für die sonstige Abstimmung gilt: Wie schon in den aktuellen Swift ist auch in die Abstimmung des Suzuki Vitara viel Liebe geflossen – und das spürt man und das macht dauerhaft Spaß.

Man ist beim Fahren überrascht, wie überlegen sich der Suzuki Vitara gegenüber dem Nissan Juke oder auch etwa dem Opel Mokka fährt, die bezüglich der Fahrwerke einfach jetzt schon eine ganze Generation älter sind und sich hart und hoppelig anfühlen, während der Suzuki Vitara eine ganze Klasse erwachsener daherkommt. Das macht richtig Spaß – und zu allem Überfluss gibt sich der Suzuki Vitara markentypisch auch in leichtem Gelände nicht gleich geschlagen, bringt sogar – vor allem im Gegensatz zum Mokka – noch eine satte Portion Bodenfreiheit mit.

Spiegelt, ist aber ansonsten auf der Höhe der Zeit. Ärgerlich: die Oberfläche ist sehr staubfreundlich

Spiegelt, ist aber ansonsten auf der Höhe der Zeit. Ärgerlich: die Oberfläche ist sehr staubfreundlich

Da muss man eigentlich hoffen, dass es auch wieder einen Grand Vitara geben wird – der dürfte den Tiguans dann wirklich mal wieder das Fürchten lehren – ganz so wie früher schon die Suzis in der Schlammgrube.

Suzuki Vitara 2016: Fazit

Beeindruckend, wieviel Fortschritt hier fühlbar wird – die kleine SUV Klasse ist erwachsen geworden und der Suzuki Vitara ist ihr neues Aushängeschild – hier stimmt so ziemlich alles und man fragt sich fast, wo der Haken ist. Der liegt vielleicht im Preis – abgesehen davon, dass keiner in dieser Klasse signifikant günstiger ist… Aber alles in allem hat Suzuki hier (wieder mal) ein Top Spaß-Auto geschaffen, das auch im Alltag den Test besteht.


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