Subaru Outback 2017 – Wie ist Allrader fahren jenseits des Mainstreams?

Subaru hat im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge gebaut. In den USA haben die Händler dennoch Lieferschwierigkeiten. In Deutschland hat Subaru dieses Jahr bisher noch nicht einmal 3.000 Fahrzeuge zulassen können – Volkswagen lässt vom allein Golf mehr Neuwagen zu – und zwar innerhalb einer Woche…

Ein bisschen wie ein Füllhorn – er sieht Außen gar nicht mal so groß aus – aber schon die senkrechte Heckscheibe macht unglaublich viel aus,wenn es um das Beladen des Wagens geht

10% der Zulassungen von Subaru Deutschland entfallen auf den Subaru Outback – das ist etwa doppelt so viel wie der Subaru Levorg schafft, bei dem man meinen könnte, Subaru haben ihn gezielt am Deutschen Markt vorbei entwickelt – da fehlt der Diesel, da fehlt der Schalter, da fehlt der Laderaum des Subaru Legacy, der in Deutschland zurecht deutlich beliebter war, speziell seit dem Erscheinen des Boxer-Diesels in 2008.

Wo wir uns also schon seit einer Zeit fragen, wie es mit Subaru Deutschland weitergeht, sicherlich Zeit, sich den Wagen anzusehen, der dem Legacy heute noch am nächsten kommt: Der Outback in seiner 2016 (nach nur einem Jahr auf dem Markt) leicht facegelifteten Version. Zur Verfügung stehen uns der handgeschaltete Diesel und die Lineatronik-Version des Benziners mit 175PS. Die, soviel sei vorweg gesagt, nicht über den rechten Drehmomentverlauf verfügt.

Subaru Outback 2017: Unter der Lupe

Der Subaru Outback ist im Detail immer noch das, was man von einem echten Subaru zurecht erwarten darf: Ein Allrader mit immensen Raumreserven, gemacht für die große Tour und ein langes Leben – auch wenn uns persönlich die rahmenlosen Scheiben bis heute an den neueren Subarus einfach fehlen. Alles andere ist Subaru – check.

1848 Liter maximal sind ein Wort – und die Nutzbarkeit des Kofferraums ist großartig. Auch der Innenraum ist den meisten Fahrzeugen der Klasse überlegen – zurecht wird der Wagen in vielen Ländern eher gegen Fahrzeuge wie die E-Klasse, den 5er und den V90 getestet

Ein Subaru Outback in solider Subaru Ausstattung kostet mit allem Drum und dran etwa 43.000 – das ist dann mit Parkpiepsern und Navi und einem 150PS Diesel. 1996, als Subaru uns erstmals den Outback gab, hatte er keine echte Konkurrenz – heute bekommst Du ab 39700 einen Passat Alltrack. Der hat nicht so viel Bodenfreiheit und ähnliches – aber die Deutschen lieben ihn. Der hat auch nicht den unglaublichen Laderaum, den der Subaru Outback 2017 mit sich bringt. Ein ernsthafter Mitbewerber ist er dennoch. Und was man dem Subaru leider hier wirklich zum Vorwurf machen kann: Während man beim Passat all die Ausstattungen kaufen kann, die man gerne hätte, muss man sie bei Subaru immer noch en bloc nehmen – und das wollen Deutsche, die über 40.000 für einen Mittelklasse-Kombi ausgeben, nun mal nicht. In Kürze kommt dann auch der Wettbewerber von Opel wieder nach dem Modellwechsel, Audi baut einen, etc, – der Markt hat sich geändert. Und nicht nur das: diverse vorherrschende coole Multimedia-Themen beherrscht Subaru nach wie vor schlechter als die Konkurrenz, angefangen vom Koppeln des Handys.

So – das ist dann die Kernkritik am Subaru. Anders könnte man auch sagen: Subaru ist immer eine Rufweite hinter der collsten Technik, weil sie die Technologie erst richtig zu ende testen wollen und geprüfte Technik einsetzen.In vielerlei Hinsicht erinnert der Subaru Outback 2017 an den Mercedes W123 – da war alles zu ende gedacht, zu ende entwickelt, qualitativ ausgereift – Der Subaru spielt qualitativ in einer anderen Klasse als der Durchschnitt, auch wenn sich das nicht so anfühlen mag, weil die Materialien in Teilen etwas japanisch ausgesucht sind.

Wieder andere Menschen könnten sagen: Subaru konzentriert sich auf das Wesentliche, auf das, was ein Auto in Summe über die Jahre ausmacht und nicht über 36 Monate Leasingdauer. Ist jetzt der eine besser und der andere schlechter? Nein – sie sind eben anders – und Subaru priorisiert im Fahrzeugbau anders. Und ein Stück weit sind sie damit vermutlich die letzten, die das tun. Wird das in Deutschland honoriert? Offensichtlich nicht.

Subaru Outback 2017 On the road & off the road

Der Subaru fährt sich unglaublich ruhig und entspannt. Den größten Anteil daran haben zunächst die Sitze. Die waren schon im Vorgänger ausgezeichnet – im aktuellen Modell sind sie im besten Sinne Oma-Sessel und gleichzeitig bieten sie ausgezeichneten Seitenhalt, Führung, stützen so, wie sie es sollen. Ausgezeichnet – findet man nicht überall.

Das Fahrwerk ist, wie auch schon bei früheren Subarus, sehr komfortabel, nagelt die Wagen dennoch ausnehmend verlässlich auf die Strasse – aber eben nicht in dieser harten, germanischen Weise. Manchmal wundert man sich beim Fahren beinahe ein wenig, wie der Wagen so ausnehmend hohe Kurvengeschwindigkeiten erreichen kann, wenn die Deutschen Premium-Hersteller allesamt meinen, dass man die Wagen tiefer legen muss und sie hart federn muss, damit sie in diesem Segment bestehen können. Der Subaru hat Bodenfreiheit, ist nicht unnachgiebig gefedert, fährt sich komfortabel und hat dennoch eine ausgezeichnete Strassenlage, die hohe Geschwindigkeiten gestattet. Noch Fragen?

Der Diesel konsumiert, zart gefahren, unter 6 Liter, in der Realität etwa 7 – aber dann ist man ausreichend flott unterwegs. Der Benziner mit der Lineatronic braucht eher etwas über 9 Liter, kann aber auch mit weniger bewegt werden. Wie eingangs gesagt: sein Drehmomentverlauf ist nicht ideal für das Getriebe – schaltet aber ausgezeichnet harmonisch und auch besser als im Levorg. Die Automatik ist toll – dennoch ist es schade, dass man keinen handgeschalteten Benziner-Outback bekommen kann – denn so gut die Lineatronik sein mag: Diese Art Automatik ist eben nach wie vor nicht jedermanns Sache.

In Summe ist der Subaru Outback 2017 ein tolles Auto, einer von den echten, den viel zu seltenen – und eben die letzte Möglichkeit, eine Art Legacy zu fahren.

Man sollte die nutzen. Der Subaru ist nicht die Art Auto, das einen Vergleichstest in einer Deutschen Autozeitung gewinnt – dennoch ist er ein heimlicher Sieger.






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