Subaru 2018 – Wo geht die Reise hin?

Vergangene Woche waren wir bei einem Subaru Händler, um den neuen XV als Testwagen abzuholen. Und dort mussten wir dann Mal wieder feststellen, dass die ehemalige Zufriedenheit der Subaru Händler mit ihrer Marke erhebliche Risse zeigt…

Wie führten daraufhin mehr und mehr Gespräche – Was die Händler nervt:

  • Allen fehlt der Legacy… Das Deutscheste Fahrzeugsegment, der Familienkombi, wird von Subaru nicht mehr belegt. Man kann da argumentieren, dass der Outback da ja mal ziemlich nah dran ist – von vielen Käufern wird er aber als SUV empfunden
  • Wo ist der Diesel? Obwohl Subaru einen ausgezeichneten Diesel hat, bauen sie den vorsichtshalber in den Legacy „Nachfolger“ Levorg nicht ein. Und nicht nur das: Wie uns der Händler erzählt, wird der Diesel ab September 2018 gar nicht mehr bestellbar sein – auch nicht für den Forester, der klar das Erfolgsauto im Subaru Programm ist…
  • Jetzt muss man natürlich sagen: Händler jammern ja immer gerne ein bisserl viel rum… Fakt ist nämlich auch: Obwohl der Marktanteil von Subaru in Deutschland bei lächerlichen 0,2% liegt, ist der Verkauf der Fahrzeuge in 2017 um satte 6% gestiegen – was nicht viele Hersteller von sich behaupten können.
  • ….auf Konto des gepriesenen Levorg gehen diese Verkäufe nicht – der hat es seit seiner Vorstellung Mitte 2015 nicht mal auf 1600 Zulassungen in Deutschland gebracht. Die Eroberungsquote bei fremden Marken liegt bei annähernd Null – den Levorg kaufen Subaru Fahrer – und die sind dann nicht recht glücklich, weil er eigentlich zu klein ist
  • Wachsende Teile der Modellpalette (wie etwa den Levorg) ausschließlich mit Automatik-Getrieben anzubieten – noch dazu mit dem eher verschrienen CVT Getriebe, vor dem die Deutschen sich fürchten, ist für den hiesigen Markt kein kluger Schachzug.
  • Der kommende Siebensitzer von Subaru bleibt dem US-Markt vorbehalten und soll nicht nach Deutschland kommen

Wo also geht die Reise hin? Subaru kündigt für 2020 E-Fahrzeuge an – bis dahin wird der Markt sich in großen Teilen verlaufen haben, was für eine Marke wie Subaru jedoch nie ein großes Problem dargestellt hat.

Das weit größere Problem der Marke ist, dass sie sich zu lange darauf verlassen haben, das zu sein, was der Brite als One Trick Pony bezeichnet: Ein Allrad-Hersteller. Ja, Allrad mit Boxermotor – aber das alleine reicht heute offensichtlich nicht mehr. Der Allrad-Anteil an den Neuzulassungen 2017 ist der höchste, der je gemessen wurde – über 20%. Aber Subaru profitiert davon nicht wirklich. Sie profitieren nur beim SUV Forester und der ist auch ein wenig in die Jahre gekommen. Gleichzeitig haben in dem Segment des Foresters absolut alle ihre Tiguans, Kugas und Sorentos in Stellung gebracht (Opel mal ausgenommen, die bei ihrem Forester irgendwie den Allrader vergessen haben).

Subarur Forester 2016

Ohne den Subaru Forester müssten sie bei Dubaru Deutschland wohl langsam das Licht ausschalten

Sich hier also weiter auf den Forester zu verlassen, ist alle andere als ein Masterplan – zumal auch hier gilt: Diesel-Skandal hin der her – der dominierende Antrieb in dieser Klasse wird für die kommenden Jahre der Diesel bleiben, weil man anders mit Gewicht und Stirnfläche der SUV-Gesellschaft nicht umgehen kann.

Uns stimmt das sehr traurig. Subaru war zurecht über Jahre eine coole, diskrete Kultmarke mit eingeschworener Zielgruppe. Große Teile der Zielgruppe sind stumm zu Marken wie Skoda gewandert – vor allem in Österreich und der Schweiz – und wenn man sich so ansieht, was Subaru gerade macht, wirkt das nicht gerade wie der große Schlag, um in Deutschland Marktanteile jenseits von Niederbayern und dem Westerwald zurückerobern zu wollen.






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