Senioren-Shopping: Neuwagenkäufer nähern sich der Rente an

Es ist schon mal wieder Ende des Jahres und da häufen sich ja immer die Erhebungen und Statistiken – und wir geben zu: Wir stehen drauf.

Da lernen wir doch tatsächlich in einer neuen Dudenhöfer-Studie, dass die Neuwagen-Käufer schon wieder älter geworden sind – tatsächlich liegt mittlerweile der Durchschnitt der Neuwagen-Käufer bereits auf einem Alters-Level von 53 Jahren.

Das ist in vielerlei Hinsicht alarmierend. Und wer da jetzt meint, das seien die typischen Rentnermarken wie Mercedes, die da den Schnitt treiben – weit gefehlt – das sind schlicht un ergreifend alle wichtigen Mainstream-Marken .- hier jedoch allen voran die Deutschen Brands. Nur ganz vorne sehen wir Japaner:

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Die Marke mit dem höchsten Durchschnittsalter überrascht: Subaru mit 57,4 Jahren, gefolgt von Lexus mit 56,8 und Honda mit 55,9. Das ist allerdings leicht zu erklären, handelt es sich hier doch um Marken mit relativ extremen Programmen: Lexus etwa verkauft ausschließlich im Luxus-Segment und hat keine kleinen Modelle wie etwa einen A1 im Programm – das hebt den Altersschnitt – der wichtigste Wagen von Subaru ist nicht der erwartbare Impreza der Forester und SUVs – auch das bestätigt die Studie – werden verstärkt von älteren Menschen gekauft. Die Ränge darunter belegen Porsche, Mercedes, Opel und VW – also praktisch alle Deutschen Massenmarken. Ford ist etwas jünger, was sich über das Modellprogramm noch erklären lässt. Positiv abheben kann sich Suzuki – die haben mit dem Vitara einfach wieder die jungen Leute abgeholt: ein cleveres Auto mit ausreichend Platz, Vernunft, Spaß und einem bezahlbaren Preis und guter Qualität. Die haben die Kunden, die Mini in der Werbung immer gerne hätte.

Alarmierend ist eigentlich vielmehr die Tatsache, dass sich hier ein überproportionaler Wandel vollzieht, denn wir reden ja vom Durchschnitt – und der beinhaltet natürlich auch jüngere, auch ältere, ist an sich nicht ganz aussagefähig – sein Voranschreiten jedoch ist es: vor 12 Jahren lag der Referenzwert noch bei 44,6 Jahren – und so sehr ist unsere Gesellschaft seitdem nicht gealtert. Was vielmehr passiert ist: Neuwagen sind unerschwinglich geworden – denn Dacia etwa taucht bei den Marken mit den ältesten Fahrern nicht auf.

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Hier zeigt sich am Fahrzeugmarkt eine Kluft, die sich immer mehr durch die Gesellschaft zieht: Du bist entweder Mercedes oder Du bist Dacia – die klassische Mittelklasse verschwindet. Und darauf muss sich die Industrie einstellen. Wenn sich nur noch die Leute Neuwagen leisten können, deren Kinder schon aus dem Haus sind, wer füllt dann irgendwann von oben den Gebrauchtwagen-Markt mit bezahlbaren Autos auf? Genau… da liegt ein gewisses Problem. Richtiges Pricing wird durch Rabatte ersetzt – was dümmlich ist und Autos nachhaltig teuer macht und die Dienstwagengesellschaft bedient.

Das könnten wir also alles einfacher haben – dann müssten die Fahrzeughersteller sich auch nicht mit weiteren verzweifelten Millionen (die auch wir zahlen) in Marketingmaßnahmen stürzen, die „die Marke verjüngen“ und ähnlichen Blödsinn. EIn einfaches Anpassen an eine Lebenseinkommenskurve würde schon genügen…


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