„Sag mal, würdest Du einen Sandero kaufen?“ „Einen WAS?“

Es ist schon witzig… seit wir einen Sandero als Winterauto fahren, haben wir jede menge Spaß. Ständig fragen Leute „Was ist denn das für einer?“ – und die, die in dem Wagen mitfahren, sind oftmals erstaunt.

Einerseits ist der Wagen innen erstaunlich großzügig in seinen Raumverhältnissen, was man tatsächlich nicht vermutet von Außen – aber im Sandero sitzt man nicht schlechter als in der Golf-Klasse. Nur, dass dieser Wagen eben deutlich unter 10.000€ kostet, wofür in der Golfklasse schon seit Jahren nichts mehr zu holen ist…

Dacia Sandero

Optisch jetzt mal alles andere als ein Brüller: Dacia Sandero – aber immerhin: passabel groß

Unser Sandero war sogar noch deutlich billiger: 1500 hat der gekostet – 140.000KM drauf, kleiner reparierter Unfallschaden. Und der Wagen ist keine 5 Jahre alt…

Und der Wagen ist schlicht, keine Frage. Der Sandero hat den Charme der 90er Jahre – teilweise riecht er übrigens auch so wenn es warm ist, was ja im bisherigen Winter hin und wieder der Fall war… Ansonsten murrt und mackt er auf bislang 6500 Kilometern kein bisschen, braucht allerdings fair betrachtet alle 3000 Kilometer einen knappen Liter Öl, ohne erkennbar undicht zu sein.

Sonst ist der Sandero bislang ein ziemlicher Spaß. Der Wagen fährt sich knackig mit seinen 75PS und ist dabei leiser als erwartet – nur bei hohen Geschwindigkeiten macht er schon einen ziemlichen Lärm – auch das ist wie vor 20 Jahren. Aber hey: Die Preise sind auch wie vor 20 Jahren – also was soll man da meckern?

Dacia Sandero

Ja – die Sitze sind auf Langstrecken so bequem, wie sie aussehen, Leider

Dass den Wagen im Grunde keiner kennt, ist immer wieder erstaunlich. Von Dacia haben die meisten gehört – und einige kennen den großen Kombi oder Van oder so – wissen aber auch nicht recht, wie der heißt. Hier hat Dacia möglicherweise Nachholbedarff – auf der anderen Seite passt es zur Company, es im Marketing nicht zu übertreiben. Das gilt auch für die Händler. Die sitzen oft in der hinteren Ecke eines Renault-Händlers (und wir fragen uns schon, ob sie das demnächst mit Lada auch so machen…) – und sind oftmals etwas hemdsärmelig organisiert – aber auf charmante Weise. Wir brauchten nach dem Kauf zwei Ersatzteile. Die hatte der Händler nicht vorrätig, telefonierte aber rum und konnte uns einen Händler nennen, der die Sachen hatte – 20 Fahrminuten entfernt. Ein Service, den wir bei mancher Premium-Marke schlechter erlebt haben.

Erfreulich auch: Der Sandero ist einigermaßen sparsam und würde sich somit auch für längere Strecken empfehlen – hier setzen aber die Sitze eine natürliche Grenze – die sind nicht wirklich dauerhaft bequem. Toll für Stadt und Land – nicht für die Autobahn, wo wie gesagt, auch der Geräuschpegel nicht die Wucht ist.

Wir beobachten das jetzt mal einen Winter lang und berichten.


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