Nein – E-Autos fahren nicht mit Zero Emission

Als wir kürzlich unsere 95Gramm CO2 Liste veröffentlichten, erreichten und eMails mit 4 Autos, die wir vergessen hatten – das hat uns sehr gefreut.
Weit mehr Mails erreichten uns aber zu dem Thema “Hey! Da fehlen die ganzen Strom-Autos!”

Mein Strom kommt aus der Steckdose… Ja! Aber wie kommt er da rein?

Mein Strom kommt aus der Steckdose… Ja! Aber wie kommt er da rein?

Richtig, die haben wir ganz bewusst nicht aufgeführt. Aus gutem Grunde. Wir hatten das Thema schon einmal behandelt – und seitdem ist es nicht besser geworden – eher im Gegenteil, denn mittlerweile rennen noch mehr Auto-Werber durch die Lande und propagieren “Zero Emission” für ihre Fahrzeuge – und das ist in Deutschland in weit über 90% aller Fälle ganz einfach falsch.
Nochmal zur Erläuterung:

  • 95Gramm C02 sind die angestrebte Emmissionsgrenze zahlreicher poltischer Willensbildner, mit Ausnahme unserer Kanzlerin – obwohl sich das Thema längst ohne große Aufwände spielen ließe, wenn auch nicht mit Limousinen im Kanzlerformat….
  • Bei den meisten Autos entsteht CO2 durch das Verbrennen von Benzin, Diesel oder Gas – wenn das Auto jedoch mit Strom aus der Steckdose betrieben wird, wird ja kein Kraftstoff verbrannt und – so die Argumentation der Marketing-Leute – entstehen keine Emissionen.

    Klar fotografiert man so einen gern neben einer Photovoltaik-Anlage. Wäre es nicht auch zu schön?

    Klar fotografiert man so einen gern neben einer Photovoltaik-Anlage. Wäre es nicht auch zu schön?

  • Korrekt ist: es entstehen keine Emissionen im Fahrbetrieb des Autos. Sehr wohl jedoch entstehen Emissionen bei der Herstellung des hier verbrauchten Stroms – und zwar in ganz erheblichem Maße beim Deutschen Energiemix, der – je nach Betrachtungsweise – zwischen 7 und 19% durch echte Zero Emission Energien erzeugt wird, also Wind, Wasserkraft und Umwandlung von Sonnenenergie.
  • zwischen 93 und 81% der Energie stammen aus Kohlekraftwerken und ähnlichen Energieanlagen. Im Durchschnitt, so der VDI, werden bei der Herstellung des Stroms dabei im Durchschnitt – auch das sehr abhängig von der Betrachtungsweise – zwischen 41 und 364 Gramm CO2 pro erzeugter Kilowattstunde [kwh] verbraucht, im Mittel wohl um 129 Gramm.
  • Legen wir diese 129 Gramm CO2 Emmisionen pro KWH zugrunde, die schon entstanden sind, wenn der Strom durch das Kabel ins Auto fließt und nehmen mal den durchschnittlichen Verbrauch mit 15 kwh an – das ist beispielsweise ein populärer Stromer wie der Nissan Leaf – dann verpestet der angeblich “Zero Emission” Wagen unsere Umwelt mit 15 mal 129 Gramm, also satten 1935 Gramm. die angestrebten 95 Gramm entsprechen auf dieselbe Entfernung 9500 Gramm, somit sind die 1935 ein guter Wert, aber eben auch einer, der auf Mittelwerten basiert.

Mit wenig effizient erzeugtem Strom geht dieser Wert rauf bis 5475 Gramm – und spätestens da muss man sich dann fragen: könnte ich das mit dem technischen Aufwand nicht auch mit einem effizienten Diesel hinbekommen? Angefangen bei der Tatsache, dass der die schweren Batterien nicht schleppen müsste? Wirklich rätselhaft für uns, dass man da im korrekten Deutschland überhaupt mit Zero Emission werben darf.sonnenblumensteckdose
Also: keep this in mind…. vor allem dann, wenn Politiker diese Art Fahrzeuge allzu offensiv fordern und fördern.
Für die Politik sind die Strom-Autos ein Geschenk, wirken sie doch mit ihren “Zeros” so, als hätte man Ruck-Zuck während einer Amtsperiode den Planeten gerettet.
Hat man aber nicht – auf der Couch sitzen reicht an der Stelle nicht – da muss man auch mal aufstehen.


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