Jetta 2018 – den wollen sie uns wirklich nicht geben?

Das ist jetzt fast schon ein bisserl gemein….
Von 1979 bis 2017 baute Volkswagen den Jetta – auch wenn der phasenweise mal Vento hies (Generation 3), dann mal Bora und dann erst wieder Jetta – er war unter jedem seiner Namen stets der (etwas biedere) Stufenheck-Bruder des Golfs.

Volkswagen Jetta Typ17

Der erste Jetta verkaufte sich in Deutschland und zahlreichen europäischen Ländern noch ausgezeichnet

Als Bora gab es ihn sogar mal als Kombi – fast ein Witz und kaum den Druck der Prospekte wert, denn was genau sollte der eigentlich besser können als der Golf Kombi? Wenn er etwas anders konnte, dann konnte er es ein wenig plüschiger – und das eichte schon damals am Markt nicht aus.

In Deutschland, wo man sich um SUVs und Flächenbrandbekämpfung an der Diesel Front kümmert, musste zuerst der Jetta gehen nach vielen Jahren Dienst  und dann auch noch der Scirocco. Letzteren hat laut Zulassungszahlen keiner so recht vermisst – beim Jetta sind es im Klischee immer die rüstigen Rentner mit graublauen Blouson-Jacken, die leicht verwirrt im Showromm stehen und nach dem Jetta fragen.

Jetta 2 Typ19

Jetta 2 (interner Code Typ19) geriet etwas fettleibig, verkaufte sich jedoch immer noch gut bis sehr gut. Qualitativ war der wagen ein Highlight

Denen versucht der VW Händler heute (kein Witz) den Golf Plus anzudrehen – wegen der hohen Sitzposition – oder alternativ den Tiguan – wegen … der hohen Sitzposition.

Wer eine klassische Limousine will und nicht gleich ein Schiff von einem Passat fahren will, geht leer aus – oder geht zu Toyota, wo man ihn mit dem Corolla bedient.

Jetta 2018

Gar nicht so recht bieder: Jetta 2018. Wer hätte das gedacht? Und: Könnte der mit den neuen, günstigeren Preisen hier nicht auch wieder zum Hit werden?

Nun stellt VW dieser tage den US-Jetta in seiner neuen Form vor. In den USA war der Jetta stets ein Hit, was ihn über lange Strecken am Leben erhalten hat. Auch, wenn er sich seit 3 Generationen in konstruktiven Details unterscheidet, die ihn in der Herstellung entschieden günstiger machen, ist der Jetta dennoch der Jetta geblieben. Doch der neue sieht eigenartig sexy aus und macht seit langem mal wieder eine (richtig) gute Figur – ganz so, als hätte der Jetta die Bürde seiner Präsenz in Deutschland ablegen können und nun cool werden.

Gleichzeitig schafft der Jetta den Spreiz, auch für die Märkte attraktiv zu sein, die ihn außerhalb der USA interessant finden – obwohl die Klasse in Deutschland keine Rolle mehr spielt, sind Länder wie Russland, die Türkei, Spanien und andere Märkte lieben diese Art Limousinen mittlerer Größe- Und wenn man den Jetta des Jahrgangs 2018 ansieht, fragt man sich fast, ob das nicht hier auch noch einmal passieren könnte.



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