Die Rabattschlacht ist allgegenwärtig

Kürzlich waren wir bei einem BMW-Händler – remember: BMW = Premium…. – und wollten uns nach den Leasingkonditionen eines Vorführwagens erkundigen, der prominent auf dem Hof stand und in unser Beuteschema passte.

Flugs schienen unsichtbare Bedienstete uns einen Stuhl unter den Allerwertsten geschoben zu haben, ein Kaffee war unauffällig in unsere Hand geflattert – man sorgte dafür, dass wir uns wohlfühlen.

Sag mir Deinen Preis…

 

Der Vorführwagen? Ja… sicher – der habe erst 5 Kilometer drauf, man wisse ja, wie das so läuft…

Ah – ist also eigentlich gar kein Vorführwagen, sondern eine Tageszulassung… Was wollen wir uns da prügeln…? Von BMW lag uns zu diesem Wagen bereits das Angebot der Website vor: 464€ monatlich in der Konfiguration und Anzahlung, die uns vorschwebte. Darüber konnte der Händler natürlich nur lachen. 388 hielt er für angemessen.

Im aktuellen Autohandel reicht es, in diesem Moment einen Schluck Kaffee zu nehmen und einfach mal kurz einzuatmen, dann wird noch einmal der Rechenschieber bemüht… 388 – das muss doch nicht sein, das schaffen wir auch für 369! Yeah – damit befinden wir uns ja schon in einer Region, die rund 5000€ über die Laufzeit des Leasings einsparen wird. Das ist ja wirklich enorm – und nochmals – Wörter wie Rabatt oder Preisnachlass hat niemand bislang in den Mund genommen.

Zurzeit sägen die Händler wirklich an dem Ast auf dem sie sitzen. Diejenigen, die wir kennen, erzählen uns auch von unglaublichem Anschub durch die Konzerne selbst. Die Mühle malt nicht mehr so richtig – man muss den Markt anheizen, weil es alle tun. Die Selbstzulassung oder Eigenzulassung erreicht bei einigen Herstellern einen höheren Anteil als die Zulassung durch echte Kunden – absurd. Auto kaufen kommt in die Region, wo bislang nur Küchen Kaufen stattfand oder Verhandlungen auf südländischen Basaren.

Ganz klar: Die Diner müssen nach wie vor weg – vielleicht in Zukunft mal zum „richtigen“ Preis wie in der Marktwirtschaft erstrebenswert

Was man sich hier jedoch fragt, ist: Was soll der Unsinn? Wäre es nicht langsam ehrlicher, das Grundübel kollektiv zu beseitigen und vernünftige Listenpreise auszuloben? Gerade in einem Dienstwagen-Land wie dem unseren, wo der Kunde am Ende den Listenpreis versteuern muss – da schreit doch die Logik danach, lieber den Listenrpreis auf ein ehrliches Niveau zu senken, oder?

Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre: Final zieht es uns die Schuhe aus, als wir mal bei den unabhängigen Finanzierungsmöglichkeiten schauen. Da kann dann eine namhafte Unabhängige Leasing Gesellschaft etwa nicht mit dem Original BMW-Angebot mithalten – der Weg zu Sixt-Leasing jedoch zeigt etwas wirklich bizarres: Die unterbieten mit ihrem Neuwagen-Angebot noch einmal den Preis des BMW-Händlers für seinen Vorführwagen. So bekommt man seine Händlerschaft natürlich auch in die Knie…



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