„Das Auto. Die Lüge.“ Gelogen?

Wer dieser Tage durch Buchhandlungen latscht (Ja, Kinder – das ist so eine Art Amazon IRL), der findet dort oftmals in prominenter Platzierung das Buch von Heiko Haupt „Das Auto. Die Lüge.“ Mit dem klar auf #Dieselgate zielenden Cover und dem Untertitel „Die kriminellen Machenschaften von Volkswagen und der deutschen Autoindustrie“.

Wer sich da jetzt zu Recht fragt „Wie mag man ein solches Buch von immerhin rund 200 Seiten in so kurzer Zeit sauber recherchieren, redigieren, Drucken und eben in jene Buchläden bringen?“, der ist schon auf dem rechten Pfad – irgendwie geht das nämlich eigentlich gar nicht…

dasauto-dieluegeDas Buch besteht so auch tatsächlich nicht so wirklich aus der eigentlichen Volkswagen-Geschichte, wie der Titel nahelegt, sondern beschäftigt sich mit der Automobilindustrie, deren Marketinggebaren, ihrem Lobbyismus und auch diversen Randthemen. die oftmals unter bedenklich grenzwertigen Überschriften ins Kapitel locken, um dann eben auch nicht so wirklich ihr Versprechen einzulösen, was hier systemisch angewendet wird und in etwa dem Verhalten entspricht, das man sonst eher von der BILD kennt – hier etwas intellektueller und durchaus faktenreich verpackt – faktenreich zumindest in Teilen und dann eben am Ende auch nicht so wirklich.

Da wiederholen sich die Argumente, als hätten mindestens 3 unabgestimmte Autoren das Buch geschrieben – oder noch wahrscheinlicher – der Autor selbst seine Festplatte noch einmal nach ein paar Themen durchsucht, über die er eh schon geschrieben hatte. Spätestens nach der Hälfte kommt man sich da als Leser und Käufer des Buches doch ein bissel hinters Licht geführt vor.

Hinzu kommt, dass der Autor stets diverse Online-Quellen anführt, die in den meisten Fällen aus Quellen stammen, für die er auch tätig ist – ein Schelm, wer… ach, was soll’s – dieses Buch ist pure Geldmacherei auf der Welle allgemeiner Empörung und das Geld nicht Wert – und vor allem: im Grunde einerseits unwürdig für einen durchaus relevanten Journalisten aus diesem Bereich. Hinzu kommt, dass die Überhöhung in Richtung „Kriminelle Machenschaften“ oftmals schlicht gängige Praktiken beschreibt, die weder illegal sind noch kriminell, sondern das Ausnutzen von Regeln.  So bleibt hier am Ende der fade Geschmack von Stammtisch und Geldschneiderei – denn Volkswagen ist hier nicht einmal das Thema – zum Teil wird schier verzweifelt erwähnt, dass übrigens auch Volkswagen so handelt, wie im Kapitel beschrieben.

Also: Lasst Euch. Nicht Belügen.



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