Dacia Lodgy – nach 100.000KM noch fit?

Gast Post von Fuhrpark-Manager Gerrit Sirsheimer

Es ist schon faszinierend: Als wir unseren Dacia Duster in den Furpark bekamen, haben noch alle gelacht – als der sich als weit cooler erwies als unsere Renaults, haben schon nicht mehr so viele gelacht… Irgendwann hab ich dann durchgesetzt, dass der Lodgy bei uns eine heilige Kuh ersetzte: Den alten VW Sharan, der schon knapp 200.000 drauf hatte und mal als Konferenzmobil angeschafft, aber so nie genutzt worden war, sondern vielmehr immer, um das ganze Geraffel für Messen hin und her zu fahren oder mal viele Leute zu einer Präsentation – aber dazu wurde er viel zu selten genutzt und war auch viel zu teuer. Viele Mitarbeiter tauschten ihn jedoch sehr gerne ein, um für das Wochenende mal für die große Tour gerüstet zu sein. Und so kam bei uns der Dacia Lodgy als mittlerweile vierter Dacia in den Fuhrpark.

Dacia Lodgy

Der Dacia Lodgy mag nicht der hübscheste sein – aber er hat einen guten Alltags-Job gemacht – zu einem schier lächerlichen Kostensatz

Der Dacia Lodgy ist – völlig subjektiv betrachtet – vermutlich der hässlichste Wagen, den wir je im Fuhrpark hatten. Wir hatten auch überlegt, den Dokker zu nehmen – den haben wir mittlerweile auch im Einsatz – aber der ist ein echter Transporter, da darf man sich nichts vormachen – für die Stadt okay, für die Autobahn eher in Grenzen geeignet.

Der Dacia Lodgy kam im August 2012 zu uns, gerüstet mit dem 107PS Diesel und aller Ausstattung, die das Herz bei einem Dacia begehren konnte – für deutlich unter 20.000€.

Dacia Lodgy innen

Bisserl Renault von Früher – aber jetzt auch nicht mehr wirklich hässlich

Der Wagen ist einmalig groß und steht dem alten Sharan (Modell 2003) in nicht viel nach – außer in der Innenbreite, wo er in der Tat ein bisserl zu kuschelig ist. Aber bei dem Preis kann man ihm das Nachsehen. Im Gegensatz zu unserem Duster ist er deutlich leiser und auf der Autobahn weit weniger seitenwindempfindlich, als man bei dem Aufbau vermuten würde (besser vor allem als der Dokker). Länge Läuft – und davon hat der Wagen ausreichend. Wie alle Dacias läuft er nicht schnell – 170 sind das Ende – und die will man gar nicht mal so recht fahren, weil der Wagen da einfach laut ist – aber bis 140 kann man nicht meckern. Da kann man den Wagen dann übrigens auch deutlich unter 7 Litern halten, was ja schon mal nicht so schlecht ist. Wer es drauf anlegt, schafft 5,x – allerdings nicht, wenn der Wagen voll beladen ist. Wie auch beim Duster wünscht man sich beim Dacia Lodgy etwa 15 bis 20PS mehr, dann wäre er wirklich cool.

Mit sicherlich um die 30 verschiedenen Fahrern hat der Dacia Lodgy bei uns mehr hinter sich gebracht als manch ein anderer Wagen und vor allem mehr, als so ein Wagen in einer normalen Familie auf 100.000 Kilometern erlebt. Der Wagen ist in 6 Europäischen Nachbarländern gewesen und hat seine 100.000 in etwas über zweieinhalb Jahren abgespult.

Was war dran in der Zeit, welche Mängel traten auf, auf die die ganzen Germanen mit ihren doppelt so teuren Wagen gewartet hatten?

Innen nicht mehr neu, aber auch nicht dramatisch. Man sieht den Sitzen die 100.000 Kilometer nicht mehr an als teureren Autos

Innen nicht mehr neu, aber auch nicht dramatisch. Man sieht den Sitzen die 100.000 Kilometer nicht mehr an als teureren Autos

Nach knapp 3 Wochen brachten wir den Wagen das erste Mal in die Werkstatt. Die Türgummis waren nicht sauber eingepasst bei den vorderen Türen und mussten komplett raus und neu eingesetzt werden, was natürlich auf Kulanz geschah. Nach 5.000 Kilometern ließen wir das Schloß der Hecktüre austauschen, das nichts taugte – auch das auf Kulanz.

Bei etwas über 60.000 Kilometern streikte die Zentralverriegelung 2 Mal – der Fehler konnte nicht gefunden werden, tauchte aber auch nie mehr auf. Der Beifahrersitz klapperte bei knapp 80.000 Kilometern immer mal wieder in der Führungsschiene innen. Das ließ sich mit einer Zange und einem Schraubenzieher auch ohne weitere Kenntnisse sauber beheben. Ansonsten wurden die Bremsen getauscht und zweimal das Bremslicht hinten rechts und einmal der Lichtschalter bei knapp 90.000.

Wer jetzt nach einer weiteren langen Liste – vor allem mit einer Liste mit wirklich ernsthaften Mängeln sucht, den muss ich enttäuschen. Der Dacia Lodgy hat einen richtig guten Job bei uns gemacht und zeigt bislang auch keine nennenswerten Verschleißerscheinungen an irgendwelchen mechanischen Teilen, an der Schaltung wie sein Allrad-Bruder oder sonst irgendwelche signifikanten Mängel. Der Fahrersitz ist ein wenig abgeschrabbelt an der Außenwange – aber ich hab in meinen Jahren VWs und vor allem diverse Franzosen gesehen, bei denen das weit schlimmer war.

Alles in allem hat unser Dacia Lodgy eine der überzeugendsten Vorstellungen geliefert und es alles in allem auf rekordverdächtig wenig Werkstatt-Tage gebracht. Die Türgummis waren in 2012 wohl ein Problem, das bei einigen Wagen auftrat. Mittlerweile scheint das behoben zu sein.

Ganz klar: wir würden ihn nicht nur wieder kaufen – wir haben ihn wieder gekauft. Sein Wertverlust war auch lächerlich – oder genau genommen: wäre lächerlich gewesen. Bevor wir ihn an den Händler zurückgeben konnten, hat ihn die Gattin eines Mitarbeiters gekauft, die damit ihre 3 Kinder transportiert – zu einem immer noch unschlagbaren Preis.







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