Benzinpreis + Neuwagenrabatte = Hirnwäsche?

Wenn man sich zurzeit so manche Auto-Meldungen anschaut, kann einem schon ein wenig das Grausen kommen. Alle Analysten schauen darauf, wie VW sich weiter schlägt, was ja ein wichtiger Indikator ist, granted.

Dann muss man aber ständig 2 Dinge lesen, die einen schon ein wenig stutzig machen im Rückblick des Jahres 2015. Zwei Dinge seien es, liest man da über die Deutschen Zulassungszahlen, die das Jahr vorangebracht hätten: Die hohen Rabatte für Neuwagen und die günstigen Spritpreise…

aktionspreisDa kann man ja schon ein wenig ins Grübeln kommen, oder? Wie ist das bei Euch – schaut ihr auf die Anzeige an der Tankstelle und denkt Euch „Bei 99 Cent den Liter kann ich mir jetzt mal ein großes neues Auto kaufen“? Mal ehrlich: Wohl kaum… Dass Spritpreise vergänglich sind wie Börsenkurse, sollte sich mittlerweile auch in den letzten Winkel der Republik herumgesprochen haben. Auf Basis einer solchen Schwankung sollen Menschen die Entscheidung über das zweitteuerste Investitionsgut ihres Lebens treffen…? Hinzu kommt dann ja außerdem die Frage: Müsste dann nicht der geringe Verbrauch eines Wagens, der die Spritrechnung ebenso senkt und zudem noch langfristig und belastbar, einen gleichartig treibenden Effekt auf den Markt haben….?

Bleiben also hohe Rabatte – ja, die gibt es. Die gibt es i Übrigen jetzt schon seit mehren Jahren – sie sind so etwas wie das permanente Strohfeuer der Branche. Hier muss man sich dann wirklich mal fragen, wie Auto-Hersteller tatsächlich darauf kommen, Fahrzeuge mit Rabatten bis zu 35% in den Markt zu pressen und ob wir Kunden da nicht eigentlich Amok laufen sollten? Das ist ja beinahe wie beim Küchenkauf, wo man den Laden nicht unter 50% verlassen darf…

Ganz klar: Die Diner müssen weg - vielleicht in Zukunft mal zum "richtigen" Preis wie in der Marktwirtschaft erstrebenswert

Ganz klar: Die Diner müssen weg – vielleicht in Zukunft mal zum „richtigen“ Preis wie in der Marktwirtschaft erstrebenswert

Machen wir uns nichts vor: Keiner der Autohersteller macht das ganze ehrenamtlich – die kriegen ihre Autos zu reellen Preisen nur nicht mehr an den Privatmann verkauft. Da aber auch nach über 3 Jahren Rabatten keiner von denen finanziell am Stock geht, drängt sich die Frage auf: „Wäre es nicht klüger, die Autos gleich zum „richtigen“ Preis anzubieten, der scheinbar 20% unter dem derzeit in der Liste verlangten liegt? Der einzige Hersteller, der den Vorstoss in diese Richtung gemacht hat, war Opel in 2013 – und das war klug. mit realistischeren Preisen hat Opel für sich Teile der Rabattschlacht abgeschafft, an Marktanteilen gewonnen.

Die wirtschaftlichen Folgen einer solchen Politik lägen ja auch noch einmal ganz woanders: Es macht ja auch für den Dienstwagen-Fahrer einen Unterschied, ob er den Gegenwert von 40.000€ versteuern muss oder den von 30.000 – hier hängt ein langer gesamt-ökonmomischer Rattenschwanz dran.

Liebe Autohersteller: Wenn ihr das nächste Mal eine Preisliste druckt, fragt mal den Dacia-Händler, wieviel Rabatte der eigentlich gibt… 😉



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